Mailand, 13. November (Adnkronos) – Die Anhörung des Anwalts Massimo Lovati, der von der Staatsanwältin Claudia Moregola aus Brescia im Rahmen der Ermittlungen wegen mutmaßlicher Korruption im Fall Garlasco als „Person von Interesse“ befragt wurde, dauerte rund vier Stunden. Der ehemalige Anwalt von Andrea Sempio, der als Zeuge aussagte, bekräftigte seine langjährige Aussage, er habe für seine Tätigkeit nicht deklariertes Geld (etwa 15 Euro) von der Familie Sempio erhalten.
Eine gemeinsame Anstrengung, bei der gestern auch die Anwälte Simone Grassi und Federico Soldani als Zeugen aussagten, führte 2017 zur Einstellung des Verfahrens gegen den 37-Jährigen. Er wird nun erneut wegen der Verschwörung zum Mord an Chiara Poggi untersucht.
Am Ende der Anhörung erklärte Lovati – der vor dem Gerichtsgebäude in Brescia von seinem Anwalt Fabrizio Gallo empfangen wurde –, er gehe davon aus, dass Sempios zwei weitere ehemalige Anwälte seine Version bestätigen würden. Lovati erläuterte außerdem, dass die Verteidigungsberichte für Alberto Stasi, der wegen Mordes an seiner Freundin zu 16 Jahren Haft verurteilt wurde, bereits im Dezember 2016 mehreren Personen zugänglich waren und in der Presse ausführlich berichtet wurden. Der ehemalige stellvertretende Staatsanwalt von Pavia, Mario Venditti, der die Einstellung des Verfahrens beantragt hatte (ein Antrag, der später von einem Richter bestätigt wurde), und Giuseppe Sempio (Andreas Vater) werden in Brescia wegen Korruption – als korrupte Person bzw. als Korruptionsstifter – untersucht.