Berlin, 16. November (Adnkronos) – „Es liegt an uns, auch an uns. Es liegt an unseren Völkern, die im Leid der Verantwortung für den letzten Weltkrieg vereint sind und heute fähig sind, gemeinsam eine Zukunft des Friedens und des Fortschritts zu gestalten. Es liegt an der Bundesrepublik Deutschland, es liegt an der Italienischen Republik – wie an allen in der internationalen Gemeinschaft –, der vermeintlichen Vorherrschaft der Waffengewalt die Kraft des Rechts entgegenzustellen.“
Dies wurde in Berlin von Bundespräsident Sergio Mattarella in seiner Rede vor dem Bundestag anlässlich des „Tages der nationalen Trauer“ 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs unterstrichen.
„Ich betrachte diesen Tag auch“, fügte das Staatsoberhaupt hinzu, „als Einladung, gemeinsam über den außergewöhnlichen Weg nachzudenken, den unsere beiden Republiken Seite an Seite gegangen sind, um – in den vergangenen achtzig Jahren – eine bessere Welt zu gestalten, ausgehend von Europa. Dafür, dass wir den Gipfel der Weisheit im internationalen Leben und echten Mutes erreicht haben. Dafür, dass wir wahrhaftig ‚groß‘ geworden sind. Denn genau das sind wir in diesen Jahrzehnten geworden, indem wir uns der Sache der europäischen Einheit verschrieben haben. Wir haben es geschafft, einen Raum des Friedens, der Freiheit, des Wohlstands und der Achtung der Menschenrechte zu schaffen, wie er in der Geschichte beispiellos ist. Mit der Klarheit und dem Mut derer, die einen Sinneswandel forderten und sich dafür einsetzten.“