Berlin, 16. November (Adnkronos) – „Das Leben von Einzelpersonen, Völkern und Nationen ist von Rückschlägen und Tragödien geprägt, manchmal aufgrund individueller Entscheidungen, häufiger jedoch aufgrund des vorsätzlichen Handelns anderer. Der Erste Weltkrieg forderte mindestens 16 Millionen Tote, die Hälfte davon Zivilisten, sowie 20 Millionen Verwundete und Verstümmelte.“
Der Zweite Weltkrieg, der sich bis in den Pazifik ausdehnte, forderte schätzungsweise 70 Millionen Todesopfer. Die Opferzahlen, Land für Land, sind erschütternd, und man darf nie vergessen, dass es nicht um Zahlen, sondern um Menschen geht. Wie ist es möglich, dass all dies geschehen konnte und sich wiederholen wird? Wie viele Tote sind noch nötig, bis wir aufhören, Krieg als Mittel zur Lösung von Konflikten zwischen Staaten zu betrachten? Dass er nicht länger für den willkürlichen Wunsch nach Herrschaft über andere Völker missbraucht wird? Dies betonte der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella in seiner Rede vor dem Bundestag in Berlin anlässlich des Nationalen Trauertages, 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.
„Nie wieder ist der Ausdruck, den die internationale Gemeinschaft zur Verurteilung des Holocaust an den Juden verwendet“, erinnerte das Staatsoberhaupt. „Nie wieder steht im Gegensatz zu wieder. Und genau das erleben wir gerade: wieder Krieg, wieder Rassismus, wieder große Ungleichheiten, wieder Gewalt, wieder Aggression.“