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**Quirinale: Mattarella in Deutschland, Auszeichnung der Gemeinden und Rede im Bundestag am Sonntag, den 16.**

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Rom, 8. November (Adnkronos) – Präsident Sergio Mattarella wird am Samstag, den 15. November, und Sonntag, den 16. November, erneut in Berlin sein. Dies bietet die Gelegenheit, die strategische Bedeutung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern, die zu den Säulen der Europäischen Union gehören, zu bekräftigen.

Rom, 8. November (Adnkronos) – Präsident Sergio Mattarella wird am Samstag, den 15. November, und Sonntag, den 16. November, erneut in Berlin sein. Dies bietet ihm die Gelegenheit, die strategische Bedeutung der Beziehungen zwischen den beiden Säulen der Europäischen Union zu bekräftigen, die durch seine persönliche Verbindung zu seinem deutschen Amtskollegen Frank-Walter Steinmeier zusätzlich gestärkt wird.

Höhepunkt der Reise wird die Rede sein, die das Staatsoberhaupt am Sonntag anlässlich des nationalen Trauertages im Bundestag halten wird, nachdem es gemeinsam mit dem Bundespräsidenten an der zentralen Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland für die Opfer von Krieg und Tyrannei, 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, der Opfer gedacht hat.

Dieses Ereignis besitzt eine hohe Symbolkraft, insbesondere angesichts der aktuellen internationalen Spannungen. Es markiert einen neuen Abschnitt in einem Prozess, in dem sich die beiden Länder seit Jahrzehnten intensiv mit der Vergangenheit auseinandersetzen, um im Namen eines gemeinsamen Gedächtnisses den Aufbau eines Europas der Freiheit anstelle eines Europas der Unterdrückung zu stärken – ein Prozess, der von unvergesslichen Momenten der Wahrheit geprägt ist.

In diesem Zusammenhang sollte man sich daran erinnern, dass Mattarella und Steinmeier sich dreimal an den Orten brutaler nationalsozialistischer und faschistischer Massaker in Italien trafen: am 3. Mai 2017 in der Ardeatinischen Grube – das erste Treffen eines italienischen und eines deutschen Präsidenten; am 25. August 2019 zum 75. Jahrestag des Massakers von Fivizzano in der Toskana; und zuletzt am 29. September des vergangenen Jahres in Marzabotto zum 80. Jahrestag des Massakers von Monte Sole, wo Steinmeier „Schmerz und Scham“ zum Ausdruck brachte, hinzufügte, er habe sich „vor den Toten“ verneigt und „im Namen meines Landes um Vergebung“ gebeten. Auch Carlo Azeglio Ciampi und Johannes Rau besuchten Marzabotto am 17. April 2002 gemeinsam, während Giorgio Napolitano und Joachim Gauck am 24. März 2013 in Sant’Anna di Stazzema der Opfer gedachten.

Mattarella wird am kommenden Samstag in Berlin eintreffen und um 15:00 Uhr vom deutschen Bundespräsidenten im Schloss Bellevue empfangen. Anschließend werden die beiden Staatsoberhäupter um 16:00 Uhr an der Verleihung des „Präsidentenpreises für kommunale Zusammenarbeit zwischen Italien und Deutschland“ teilnehmen. Der Preis, der in diesem Jahr zum dritten Mal verliehen wird und bereits 2021 und 2023 vergeben wurde, wurde im September 2020 von Mattarella und Steinmeier nach dem Ausbruch der Covid-Pandemie ins Leben gerufen, um die deutsch-italienische Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene zu würdigen und Städtepartnerschaften sowie zukunftsweisende Projekte zu fördern.

Konkret zielt der Preis darauf ab, die Zusammenarbeit zwischen Kommunen in Italien und Deutschland zu stärken, insbesondere in den Bereichen „Jugend und Generationendialog“, „Bürgerschaftliches Engagement“, „Europa und die Kultur des Erinnerns“ sowie „Nachhaltigkeit und sozialer Zusammenhalt“. Die von den beiden Außenministerien gemeinsam finanzierte Initiative verfügt über ein Gesamtbudget von 200.000 €, wobei die Preise pro Projekt bis zu 50.000 € betragen.

„Der Preis“, bemerkte Mattarella bei der Bekanntgabe der aktuellen Ausgabe, „hat im Laufe der Jahre die Entwicklung einer wachsenden Zahl von Kooperationsprojekten zwischen italienischen und deutschen Gemeinden ermöglicht und dazu beigetragen, ein dichtes Netz von Verbindungen zwischen unseren Gesellschaften sowie zwischen vergangenen und zukünftigen Generationen zu knüpfen. Diese tiefe Verbundenheit unserer Gemeinden ist ein wertvoller Beitrag zum Aufbau eines zunehmend geeinten und zusammenhaltenden Europas.“ Für Steinmeier tragen „Städtepartnerschaften zwischen deutschen und italienischen Städten wesentlich zur Lebendigkeit der Freundschaft zwischen unseren beiden Ländern bei. Die europäische Idee wird vor Ort, im direkten Austausch zwischen den Menschen, verwirklicht. Dies ist besonders wertvoll in einer Zeit, in der europäischer Zusammenhalt und Dialog von grundlegender Bedeutung sind.“

In der Kategorie der Gemeinden mit mehr als 40 Einwohnern wurden Bologna-Münster (Nordrhein-Westfalen) und Pistoia-Zittau (Sachsen) ausgezeichnet; unter den Städten mit bis zu 40 Einwohnern Gubbio (Umbrien)–Wertheim (Baden-Württemberg), Greve in Chianti (Toskana)–Veitshöchheim (Bayern), Formigine (Emilia-Romagna)–Verden (Niedersachsen) und Gualdo Tadino (Umbrien)–Schwandorf (Bayern).

Im Anschluss an die Zeremonie findet eine Podiumsdiskussion zum Thema „Alte und neue Mobilität in Europa: 70 Jahre deutsch-italienisches Anwerbungsabkommen und der wissenschaftliche Austausch heute“ statt, die die Entwicklung der deutsch-italienischen Beziehungen im Laufe der Jahre beleuchtet. Diese Veranstaltung markiert den 70. Jahrestag des deutsch-italienischen Anwerbungsabkommens; im nächsten Jahr jährt sich zudem die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Italien zum 75. Mal. (von Sergio Amici)