Rom, 11. November (Adnkronos Salute) – Nur wenige Italiener können ihre Lebensmittelauswahl anhand der Informationen auf Verpackungen treffen. Lediglich 17 % erkennen beispielsweise die Zuckerquellen auf den Etiketten. Hilfe für eine bewusste Ernährung bietet das neue Glossar „Essen und Ernährung in Worten“ des Verbandes Italienischer Ernährungsgesellschaften (Fesin), das morgen im Nationalen Gesundheitsinstitut vorgestellt wird.
„Sich bewusst zu sein, was wir essen, ist der erste Schritt zu einer gesunden Ernährung“, erklärt Laura Rossi, Leiterin der Abteilung für Ernährung und Gesundheit am ISS, und betont den Nutzen des Glossars: „Es ist ein Instrument, das für Fachleute entwickelt wurde, aber wir können es als Dienst an allen Bürgern betrachten.“
Rossi fährt fort: „Das Glossar erscheint nach 15 Jahren in einer aktualisierten Version mit 200 Begriffen – fast doppelt so viele wie in der vorherigen Ausgabe – und ist das Ergebnis der Zusammenarbeit von über 40 Experten aus Klinik, Wissenschaft und Forschung. Angesichts des durchschnittlichen Ernährungswissens der italienischen Bevölkerung, das von der Menge der konsumierten Nährstoffe bis hin zur Fähigkeit, Nährwertangaben richtig zu lesen und zu interpretieren, reicht, ist es ein besonders wertvolles Instrument. Die Zahlen sprechen für sich: Nur 22 % der Bevölkerung wissen, dass sie täglich mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse verzehren sollten, und lediglich 16 % sind sich bewusst, dass Kohlenhydrate die Grundlage ihrer täglichen Ernährung bilden sollten. Laut einer aktuellen Studie mit fast 3.000 Erwachsenen wusste nicht einmal die Hälfte der Befragten, dass man drei- bis viermal pro Woche Fisch essen sollte. Noch weniger Menschen sind sich der Bedeutung der Nährwertangaben auf Verpackungen bewusst.“
Für Russo verdeutlichen diese Ergebnisse eine weit verbreitete Informationslücke, die sich in oft falschen Ernährungsgewohnheiten widerspiegelt. Vor diesem Hintergrund stellt das Fesin-Glossar auch ein Instrument zur Vermittlung wissenschaftlicher Grundkenntnisse dar, das die Konzepte moderner Ernährung verständlich erklärt. Begriffe wie „Vollkorn“, „funktionell“, „probiotisch“ oder „Light“ werden wissenschaftlich fundiert, aber dennoch verständlich erläutert und helfen den Verbrauchern, die Sprache der Lebensmittelwerbung zu entschlüsseln und Nährwertangaben bewusst zu lesen.
„Wir wollten diese Initiative auf der ISS fördern“, fügt Rossi hinzu, „weil wir der Ansicht waren, dass sie mit unserem Engagement für die wissenschaftliche Allgemeinbildung übereinstimmt, die wir als einen der wichtigsten Schritte hin zu Nachhaltigkeit und dem Schutz der öffentlichen Gesundheit betrachten, welche einen integralen Bestandteil unserer Mission darstellen.“
Es ist kein Zufall, dass Forscher „ein wesentlicher Bestandteil des Redaktionsteams von Issalute, unserem Portal für die gesamte Gemeinschaft, sind, denn wir sind davon überzeugt, dass die Zusammenarbeit mit Bürgern zur Förderung evidenzbasierter Gesundheitspraktiken unerlässlich ist. Und dass mehr Wissen stets mit mehr Chancengleichheit im Gesundheitswesen einhergeht“, so ihr Fazit.