Rom, 14. November (Adnkronos) – „Das Massaker an Zypressen im ‚heiligen Wald‘ rund um das Augustusmausoleum wurde nicht durch eingebildete Krankheiten der prächtigen, jahrhundertealten Bäume verursacht; tatsächlich gibt es keinerlei wissenschaftliche Belege dafür. Vielmehr sollte an der Stelle der gefällten Zypressen ein Gehweg angelegt werden.“
Das kapitolinische Projekt sieht kurz gesagt eine Terrasse über einem Grabmal aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. vor, komplett mit einem provisorischen Zaun und vielleicht einer Kioskbar. „Wurde der heilige Hain, der Genius loci des monumentalen Komplexes, einem Scrabble-Spiel geopfert?“, fragte Fabio Rampelli, Vizepräsident der Abgeordnetenkammer der Fratelli d’Italia, im Parlament und kommentierte damit die Beschwerde über die Fällung von Zypressen am Augustusmausoleum. Er antwortete damit dem Staatssekretär für Kultur, Gianmarco Mazzi.
„Eine unwahrscheinliche Entscheidung“, fährt er fort, „die unglaublicherweise im Jahr 2006 die Zustimmung der Aufsichtsbehörden des Kapitols und des Staates erhielt. Dieselben Behörden blockieren den Abriss kollektivistischer Schandflecke aus den 60er und 70er Jahren oder verweigern die einfachsten privaten Instandhaltungsprojekte an Häusern im historischen Zentrum.“
„Ich möchte Sie daran erinnern, dass das Mausoleum nicht nur ein Denkmal von unschätzbarem architektonischem und archäologischem Wert ist, sondern auch religiöse und spirituelle Bedeutung besitzt. Es beherbergt die Grabkammern von Augustus, seiner Familie und anderer hochrangiger Persönlichkeiten des Römischen Reiches. Nach der von der Sonderaufsichtsbehörde formell ausgesprochenen Aussetzung der illegalen Fällung der Zypressen bitten wir Minister Giuli, die Entscheidung zu überdenken und die Genehmigung für jenen Teil des Projekts von 2006 zu widerrufen, der die Dachpflasterung des Denkmals vorsieht und damit dessen Bedeutung verändert und verfälscht“, schließt er.