(Adnkronos) – Mit dem Schulbeginn braucht nicht nur der Körper, sondern auch das Gehirn Training. „Wie Muskeln benötigt auch das Gehirn für eine optimale Funktion neben Bewegung auch Ruhe und Aufmerksamkeit.“ Dies ist die Botschaft des Neurochirurgen Christian Brogna von der Paideia-Klinik in Rom. Er hat ein Handbuch für Schüler entwickelt, das aber auch für Erwachsene nützlich ist.
„Das Gehirn ist keine Maschine, die bis an ihre Grenzen getrieben werden muss“, erklärt der Spezialist. „Es ist ein Organ, das wie Muskeln trainiert werden kann und muss, und heute mehr denn je braucht es die richtige Pflege.“
Dieser Bedarf wird durch die täglichen Gewohnheiten von Jugendlichen und Erwachsenen noch verstärkt. Längerer Kontakt mit Smartphones und sozialen Medien setzt das Gehirn einer ständigen und oft störenden Stimulation aus, was Aufmerksamkeit, Konzentration und Schlafqualität beeinträchtigen kann.
„Wenn wir uns mittlerweile daran gewöhnt haben, uns vor Bildschirmen um unsere körperliche Fitness zu kümmern“, heißt es in einer Erklärung, „dann ist es viel weniger selbstverständlich, der Gesundheit und Leistungsfähigkeit unseres Gehirns dieselbe Aufmerksamkeit zu schenken. Um optimal zu funktionieren, braucht das Gehirn jedoch Schlaf, Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, geistiges Training und Erholungsphasen.“ Daher die zehn Gebote, die Brogna passend zum Schulbeginn aufgestellt hat: 10 einfache und konkrete Tipps, um das Gehirn zu trainieren und die besten Voraussetzungen für Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Lernen zu schaffen.
„Wahre Leistung bedeutet nicht, perfekt zu sein oder ohne Perfektion zu lernen“, erklärt Brogna. „Es geht darum, die Bedingungen zu schaffen, die es dem Gehirn ermöglichen, effektiver zu lernen, sich zu erinnern und Herausforderungen zu bewältigen. Das Gehirn ist wie ein Muskel: Es muss regelmäßig trainiert, aber auch in seinen Erholungsphasen respektiert werden.“
Im Detail: 1) Achten Sie auf ausreichend Schlaf. Genügend Schlaf verbessert Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Problemlösungsfähigkeit. Langes Lernen bis spät in die Nacht, insbesondere regelmäßig, kann die Lernqualität beeinträchtigen. 2) Beginnen Sie Ihren Tag mit einer ausgewogenen Ernährung. Das Gehirn benötigt konstant Energie. Ein gesundes Frühstück und eine abwechslungsreiche Ernährung beugen Konzentrationsschwächen vor; vermeiden Sie jedoch übermäßigen Konsum von Zucker und stark verarbeiteten Lebensmitteln. 3) Trinken Sie regelmäßig. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr trägt zur Erhaltung der kognitiven Leistungsfähigkeit bei. Trinken Sie rechtzeitig, insbesondere an heißen Tagen oder nach körperlicher Anstrengung.
Und noch mehr: 4) Bewegen Sie sich regelmäßig. Regelmäßige Bewegung fördert die Gehirngesundheit, verbessert die Stimmung und kann die Aufmerksamkeit und Lernfähigkeit steigern. Sie müssen keinen Leistungssport betreiben: Auch Spazierengehen, Radfahren oder Spielen im Freien ist vorteilhaft. 5) Lernen Sie aktiv. Einfaches Wiederlesen ist weniger effektiv als aktives Lernen. Stellen Sie sich Fragen, erklären Sie das Thema in Ihren eigenen Worten, stellen Sie Verbindungen her und versuchen Sie, Informationen abzurufen, ohne im Buch nachzuschlagen. 6) Verteilen Sie Ihre Wiederholungen über einen längeren Zeitraum. Regelmäßiges Wiederholen fördert die Festigung des Gelernten besser als lange, konzentrierte Lernsitzungen kurz vor einer Prüfung.
Zusätzlich: 7) Reduzieren Sie Ablenkungen. Das Gehirn kann nicht wirklich mehrere komplexe Aufgaben gleichzeitig bewältigen: Es wechselt schnell zwischen verschiedenen Aktivitäten hin und her, was zu Effizienzverlusten führen kann. Schalten Sie beim Lernen Benachrichtigungen aus und legen Sie Ihr Smartphone beiseite. 8) Machen Sie regelmäßig kurze Pausen. Stehen Sie nach einer Phase der Konzentration auf, bewegen Sie sich und gönnen Sie Ihren Augen eine Pause. Pausen helfen Ihnen, neue Energie zu tanken und Ihre Konzentration länger aufrechtzuerhalten.
Also: 9) Üben Sie Meditation oder Achtsamkeitsatmung. Eine kurze tägliche Übung kann Ihnen helfen, Ablenkungen zu erkennen, Anspannung abzubauen und Ihre Aufmerksamkeit wieder auf den gegenwärtigen Moment zu lenken. Schon fünf Minuten können ein guter Anfang sein, wenn Sie regelmäßig üben und keine sofortigen Ergebnisse erwarten. Und schließlich: 10) Fördern Sie Ihre Neugier und entwickeln Sie neue Fähigkeiten. Lesen, eine Sprache lernen, ein Instrument spielen, kreativ sein und neue Aktivitäten ausprobieren regen die geistige Flexibilität an. Diese sogenannte Neuroplastizität beruht auf dem Zusammenspiel von Erfahrung, Übung und Umwelt.
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